Engagiert für andere

Seelow (MOZ) Zum zweiten Mal gehört eine Schülerin des Seelower Gymnasiums zu den Preisträgern des Jugendwettbewerbs "Zivilcourage vereint", der vom gleichnamigen Verein ausgelobt und von Mitgliedern der Bundestagsfraktion Die Linke getragen wird. Vor zwei Jahren war es Claudia Fortunato, in diesem Jahr ist es Daphne Bildik. Sie hatte das Senegal-Projekt an ihrer Schule zum Wettbewerb eingereicht.

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, Dagmar Enkelmann, überbrachte am Mittwoch die Auszeichnung für die Seelower Preisträgerin im Wettbewerb "Zivilcourage vereint", Daphne Bildik. Die 15-jährige Schülerin besucht das Gymnasium auf den Seelower Höhen. Sie hatte das Projekt "Senegal/Weihnachtsmarkt der Kulturen" zum diesjährigen Wettbewerb eingereicht.

Der Verein "Zivilcourage vereint", der von vielen prominenten Mitgliedern der Linksfraktion im Bundestag getragen wird, hatte Jugendliche dazu aufgerufen, Projekte gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu konzipieren und zu realisieren. Zur Teilnahme aufgerufen waren Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren, die mit gewaltfreien und kreativen Ideen im Schulalltag und im öffentlichen Leben auf rechtsextreme Propaganda antworten.

Die Arbeitsgemeinschaft "Senegal", in der Daphne Bildik seit ihrem Wechsel an das Seelower Gymnasium 2005 aktiv mitarbeitet, hat in ihr eine engagierte Mitstreiterin. Sie lebe bereits in ihren jungen Jahren überdurchschnittliches Engagement für andere Menschen und reiße dabei andere mit, so Dagmar Enkelmann in der Begründung. Daphne wurde als eine von zehn Preisträgern ausgewählt, die im Oktober für eine Woche nach Griechenland reisen. "Wir wollen mit diesem Wettbewerb den Antifaschismus stärken, Bündnisse schließen, Mut machen und zeigen, dass überall in der Bundesrepublik couragierte junge Menschen dem Unrecht die Stirn bieten. Dazu veranstalten wir im Anschluss an den Wettbewerb eine Jugend-Reise nach Griechenland - an die Orte des antifaschistischen Widerstandes. Dort wollen wir Zeitzeugen treffen, Erfahrungen austauschen und so aus dem Vergangenen Lehren für die Zukunft ziehen. Unter der griechischen Sonne wollen wir den Jugendlichen auch auch die Möglichkeit bieten, eine schöne Zeit im Kreise Gleichgesinnter zu verbringen" so die Vorausschau von Dagmar Enkelmann auf das, was die Preisträger erwarten wird.

Mit großem Beifall bedachten die in der Cafeteria des Seelower Gymnasiums zusammengekommenen Schüler mit ihrer Schulleiterin Anita Mielitz und Projektleiterin Angelika Brodowski "ihre" Preisträgerin. Dagmar Enkelmann betonte, dass mit der Auszeichnung Daphnes auch die seit fünf Jahren geleistete Arbeit der Schüler und Lehrer und von Hannelore Hiekel aus Wulkow (bei Booßen) für den interkulturellen Austausch zwischen der senegalesischen Partnerschule, dem Lycée Moderne in Rufisque, und dem Seelower Gymnasium anerkannt und gewürdigt werde. Die Bundestagsabgeordnete lud für 2009 die gesamte Arbeitsgemeinschaft zu einem Besuch des Deutschen Bundestages ein, um zu erleben, wie Politik live funktioniert.

Daphne erklärte, dass sie besonders stolz darauf sei, "dass an unserer Schule ein sehr tolerantes, freundliches Klima unter Schülern und Lehrern herrscht und wir keine offensichtlichen Probleme mit Rechtsradikalen haben". Die Initiatorin für den Senegal-Raum im Gymnasium und des ersten Weihnachtsmarktes der Kulturen in Seelow will sich auch weiterhin für die "Konzerte gegen Rechts" in der Kreisstadt und im Umland stark machen.

Auch der Kreistagsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Wolfgang Heinze gratulierte der Preisträgerin und zollte Schülern wie Lehrern Respekt dafür, dass es trotz oftmals fehlender staatlicher Mittel beispielsweise in diesem Jahr erneut gelungen ist, Schüler und Lehrer aus dem Senegal in Seelow als Gäste zu begrüßen. Er freue sich, dass der Austausch auch 2009 mit einer Begegnung im Senegal seine Fortsetzung finden wird. "Das sind Erfahrungen und Erlebnisse, die euch sicher ein Leben lang Inspiration und Kraft geben, euch einzumischen anstatt zuzuschauen, wenn auf dieser Welt etwas schief läuft. Schon mit eurem Engagement macht ihr die Welt ein Stück gerechter", so Wolfgang Heinze.



Samstag, 03. Mai 2008