Donnerstag, 5. April
Im zerstörten Corbera gibt es ein Mahnmal, das Auszubildende, die Pepe betreut hat, geschaffen haben. Um das Mahnmal herum pflanzen wir „Katzenschwänze“. Warum diese Pflanzen Katzenschwänze genannt werden, habe ich nicht aufklären können. Alle waren fleißig beim hacken, Boden lockern und pflanzen. Herumstehen hätte den Kältetod bedeutet; ich habe trotzdem überlebt.




Zum Aufwärmen gingen wir in das Restaurant „Can
Trill“ und sahen einen Film aus den
Sebastian gab uns einen kleinen Gesichtskurs
über Spanien seit 1931. Die Spanier entschieden sich damals gegen die Monarchie und für die
Demokratie. Eine linke Regierung, die eine Agrarreform einleitete, die Autonomie Kataloniens
beschloss, eine Alphabetisierungskampagne startete, war zwei Jahre an der Macht. Danach kamen die
Rechten wieder ans Ruder und drehten viele Reformen zurück, insbesondere die Agrarreform. Es kam zu
heftigen Auseinandersetzungen zwischen der verarmten Landbevölkerung und den Großgrundbesitzern.
Am Nachmittag fahren wir nach Miravet und schauen auf den Ebro. Er ist über die Ufer getreten. Miravet ist ein ehemaliger Stützpunkt des Templer-Ordens. Auch das berühmte Bild von Robert Capa zeigt Interbrigadisten, die durch den Ebro waten – im Hintergrund die Festung und die Altstadt von Miravet.
Abends sehen wir die Präsentation von Steffen und Nicole. Steffen hat geistig behinderten Kindern die jüdische Kultur und Religion nahe gebracht. Er war mit ihnen in der Dresdner Synagoge und hat jüdisch gekocht. Alle waren etwas skeptisch, ob das funktioniert, doch seine Präsentation ist überzeugend.
Ich gehe ins Bett und lese das Buch „Solidaridad“ aus. Tinko ist mit den Jugendlichen zum Fußballspiel gegangen und danach noch in die Kneipe. Er macht wirklich alles mit.