Freitag, 6. April
2007
Eigentlich wollten wir auf den Spuren der
Interbrigadisten wandern und die Höhe
705
besteigen. Dort war das Nuckelflaschenbatallion stationiert. Die dort stationierten waren zwischen
16
und
18
Jahre alt, daher der Name. Doch es hat die ganze Nacht geregnet und die Wege sind nicht begehbar.
Wir entscheiden uns, einen Ausflug ans Meer zu unternehmen.
70
Kilometer von unserer Unterkunft befindet sich Tarragona; eine alte römische Stadt mit Festung und
Amphitheater. Wir sind von der Sonne begeistert. Nach Besichtigung der Festung trinken wir einen
Kaffee auf einem schönen spanischen Platz. Uns gegenüber eine alte Kirche. Wir setzen uns, müssen
aber wieder aufstehen, da die Tische weggeräumt werden. Das Lokal schließt. Grund: Die
K-Freitag-Prozession. Im Nachbar-Café können wir dann aber doch noch etwas bestellen. Die Altstadt
ist klein und schön. Nach zwei Stunden verlassen wir die Stadt wieder Richtung Corbera.
Grillabend. Es gibt Calcotz, eine katalanische
Spezialität. Es sind Frühlingszwiebeln, die in den feurigen Grill gelegt werden und dort verkohlen.
Nach
10
Minuten holt man die scheinbar verbrannten Zwiebeln aus dem Feuer.
Jeder
bekommt einen Latz umgebunden und dann werden die verkohlten Zwiebeln im Stehen gegessen. Mit der
einen Hand greift man die Zwiebelverdickung, mit der anderen Hand zieht man das Innere der Zwiebel
aus dem verbrannten Strunk und tunkt es in eine Soße. Sehr lecker.
Morgen fliegen wir nach Berlin zurück. Ich frage
mich, ob ich schon einmal in neun Tagen so viele interessante und herzliche Menschen getroffen habe?
Ich glaube nicht. Ich frage mich, ob es ein Reisebüro gibt, in dem ich eine solche Reise buchen
könnte? Ich bin noch auf der Suche.